Leider steht es um die kultigen Regensburger Altstadtkinos nicht besonders rosig. Das schlimme daran ist, dass in den Altstadtkinos wirklich hervorragende Filme laufen, die sonst nirgends gezeigt werden. Hier noch ein kleiner Nachrichtenartikel.
Archiv für die Kategorie ‘Filme’

Once…Nachtrag
6 Februar 2008Hier ein Videoclip mit Szenen aus dem Film Once (unbedingt anschauen, es lohnt sich!)

Entdeckung!
3 Februar 2008Wenn man sich Fatboy Slim’s Lied „Weapon of Choice“ mal genauer anhört, hört man sicher den Vers „If you walk without rhythm you won’t attract the worm“. So weit so gut und zugegebenermaßen ist das bisher noch keine große Entdeckung. Allerdings habe ich mir vor ein paar Tagen (Großmeister) David Lynchs Film „Dune“ in der englischen Originalfassung angeschaut und dort taucht eben jener Satz auf und zwar als Rat, um nicht die riesigen Sandwürmer anzulocken.Also wenn das mal keine Entdeckung war, dann weiss ich auch nicht…;-)

Wenn Männer weinen…
3 Februar 2008dann haben sie sicher „Once„ angeschaut. Ich habe zwar nicht zu den weinenden Männern im Kino gehört, aber auch ich muss zugeben, dass dieser Film einfach schön und bewegend und überhaupt nicht kitschig ist. Ich habe wirklich noch nie so viele rote Männeraugen im Kino gesehen ganz zu schweigen von den weinenden Frauen. Und der Soundtrack…einfach Super! Ich will hier jetzt gar nicht groß auf die Handlung eingehen, denn die ist schnell erzählt: Mann lernt Frau kennen und beide entwickeln eine sehr große Freundschaft zu einander, aus der (platonische) Liebe wird. So das war alles was ich zur Handlung sagen werde. Also an alle: Nichts wie los und ab ins Kino, um sich Once anzuschauen.

Jesse James
5 November 2007Warum soll man sich heutzutage eigentlich einen Film über eine Begebenheit bzw. eine Person anschaut, die erstens schon lange Vergangenheit ist und über die man zweitens ohne weiteres recherchieren kann zumal wir ja im tollen Informationszeitalter leben? Ganz einfach! Weil der Film gut ist. Und mit gut meine ich jetzt nicht die Handlung oder irgendwelche überteuerten Spezialeffekte. Nein! Mit gut meine ich einfach die pure Ästhetik der Bilder. So wie in „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“. Wie gesagt: die Handlung ist nicht weiter erwähnenswert zumal man ohne Probleme im Internet die Lebensgeschichte sowohl des legendären „Outlaws“ Jesse James als auch des Feiglings Robert Ford recherchieren kann. Jedoch wie die Bilder in Szene gesetzt wurden, war einfach umwerfend. Bei diesem Film sieht man einfach gerne zu, weil viel Wert auf die Qualität der Bilder gelegt wurde, was man dem Film ansieht. Vergessen sollte man auch nicht die überragende schauspielerische Leistung von Brad Pitt (Jesse James) und vor allem von Casey Affleck (Robert Ford). Diesen beiden Schauspielern zu zusehen wie sie ihre Rollen verkörpern, wie man in ihren Minen und Gesten die Gefühle der Personen, die sie darstellen, lesen kann und wie sie ihre Charaktere so ungemein gekonnt schauspielerisch portraitieren, war einfach ein Genuss. Auch wenn man jetzt kein großer Liebhaber von Western ist, so sollte man sich vielleicht doch überwinden und sich den Film anschauen. Es lohnt sich, zumal der Film mit „typischen“ Western à la John Ford/John Wayne nicht allzu viel zu tun hat. Spielten die Western dieser beiden Großmeister doch eher mit den typisch amerikanischen Idealen wie der Besiedlung des Westens und der Erweiterung der Grenzen in unwirklichen aber western-typischen Regionen wie den Rocky Mountains oder dem Monument Valley, so spielt dieser Film in den Wäldern und den verschneiten Ebenen von Missouri, einem meiner Meinung nach nicht gerade typischen Terrain für Western. So gesehen erinnert der Film eher zum Teil an Jim Jarmuschs hervorragenden „Anti“-Western Dead Man.Was im Zusammenhang mit “Jesse James“ (ich werde aus Gründen der Faulheit den Titel nicht mehr komplett ausschreiben
) noch erwähnt werden sollte, ist dass die Figur des Jesse James weder komplett als ruchloser Verbrecher als auch als amerikanischer Held gezeichnet wird. Vielmehr ist er ein Familienvater mit einer vielschichtigen und komplexen Psyche, oder besser psychischen Problemen, dem es einerseits nichts ausmacht Menschen zu quälen und zu töten, um das zu bekommen was er will, andererseits aber auch nach brutalen Handlungen zusammenbricht und weint wie ein kleines Kind und an Selbstmord denkt. Inwieweit nun die Handlung des Films mit der tatsächlichen Wirklichkeit übereinstimmt, kann ich, wie auch niemand anderer auf diesem Planeten, leider auch nicht sagen, allerdings lohnt es sich wirklich diesen Film anzuschauen und sei’s nur wegen des Mottos „l´art pour l´art“.

Inland Empire
28 April 2007Gestern waren wir, mal wieder, im Kino. Diesmal musste ich aber meine sonst so filmverrückte Frau fast ins Kino schleifen, denn ich wollte mir unbedingt Inland Empire, den neuen Film von David Lynch, anschauen. Hmmmm was soll man jetzt zu diesem Film sagen. Als erstes: er ist wirklich Geschmackssache. Zweitens: Mir, und überraschenderweise auch meiner Frau, hat er sehr, sehr gut gefallen. Aber um was geht es denn in dem Film? Das ist sicherlich die schwierigste Frage im Zusammenhang mit David Lynchs dreistündigem kryptischen Werk. Oberflächlich geht es um eine Schauspielerin, die in einem „verfluchten“ Film mitspielen soll und das auch tut – oder doch nicht? Währen der Dreharbeiten fängt sie ausserdem eine Affäre mit einem Schauspielerkollegen an und leidet danach an Schuldgefühlen und ihrem eifersüchtigen Ehemann – oder doch nicht? Wie man sieht ist nicht einmal die offensichtliche Oberflächenhandlung eindeutig auszumachen. Wenn man sich aber erst einmal auf die Tiefenhandlung einlässt wird es nur noch schlimmer. Man weiss nicht mehr, ob man jetzt den eigentlichen Film oder den Film im Film anschaut, ob das was man sieht ein Alptraum der Frau (Laura Dern) ist oder ob es wirklich passiert oder ob es sich dabei um Halluzinationen oder neurotische Vorstellungen handelt. Die Handlung taumelt von einem kurzen verwirrenden und oft auch nur schwer verdaulichen Handlungsstrang in den nächsten ohne jemals richtig den vorhergehenden Handlungsstrang aufzulösen. So springt der Film zwischen identitätslosen Menschen in Hasenkostümen, die in einem Theater ein absurdes (a la Beckett) Sitcom-Stück aufführen und der „eigentlichen“ Handlung hin und her. Vor allem die Zwischenszenen mit den Hasen ist interessant, da diese mit Dialogen wie:
„Wie spät ist es?“
„Heute hat niemand angerufen.“
das Publikum zum Lachen bringen, was man, denke ich, ohne Probleme als eine Kritik der Filmmaschinerie und auch des (hirnlosen) Publikums in Hollywood interpretieren kann. Ebenso unterstreichen die letzten Szenen des Films im Film (oder doch nicht?), in denen die Hauptdarstellering auf dem Walk of Fame erstochen wird und ihr Blut über die Sterne kotzt (tschuldigung aber das Wort passt einfach am besten) und was die herz- und gefühllosen Anmerkung „Du stirbst“ einer Obdachlosen provoziert, die meiner Meinung nach ständig präsente Kritik an der Filmfabrik Hollywood, in der letztlich nur der Ruhm zählt.
Raum und Zeit werden genauso wie die Handlung(en) gänzlich auf den Kopf gestellt. So springt die Handlung immer zwischen dem jetzigen Hollywood im Sommer, einer polnischen verschneiten Innenstadt in der jetzigen Zeit und eben jener polnischen Innenstadt in den 20er oder 30er Jahren hin und her. Einmal spielt Laura Dern eine Schauspielerin, einmal eine polnische Hure, einmal eine amerikanische Hure auf dem „Walk of Fame“. Doch eines haben diese drei (verschiedenen) Charaktere gemeinsam. Sie haben Angst! Und das hat der Zuschauer auch ständig während der drei Stunden. Der, seitens Lnych, ständige Einsatz horrorfilmtypischer Musik auch bei komplett harmlosen Szenen, verschwomme wackelige Bilder a la Blair Witch Project, dunkle Treppenhäuser in denen man nur ein verschwommenes Gesicht die Treppe hinaufsteigen sieht, nagen gewaltig an den Nerven. Es herrscht eigentlich ständig eine meistens unterschwellige Spannung in dem Film. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn man nervös wird wenn Laura Dern eine ganz normale Tür in einem ganz normalen Haus öffnet, und sich einfach nichts tut. Eine dynamische Kamera über ihren Schultern, angsteinflößende Musik und ein bisschen Schatten, reichen aus, damit man schon nervös wird. Vor allem auch Gesichter bzw. die Aufnahme der Gesichter mit einer Digitalkamera, tragen sehr oft zur Nervositätssteigerung der Zuschauer bei. So schiesst Laura Dern am Ende des Films einige Male auf einen (polnischen) Mann (warum? da bin ich mir nicht 100% sicher). Aber anstatt tot umzufallen, lacht er ihr ins Gesicht. Nach einigen Schwenks zwischen dem lachenden Gesicht des Mannes und dem angst- und panikerfüllten Gesicht der Frau, verzerrt sich auf einen Schlag das Gesicht des Mannes zu einem verschwommenen Clownsgesicht, das sich dann ebenfalls wieder auf einen Schlag der Kamera nähert und scharf wird. Wer jetzt denkt, dass sich das jetzt vielleicht nicht allzu gruselig anhört, der soll sich einfach mal den Film anschauen. Ein weiterer Einsatz von Gesichtern zur Erzeugung von Horror ist die Szene, in der Laura Dern auf einem Feldweg langsam auf die Kamera zutorkelt. Die Landschaft ist in Tönen gehalten, die eher an ein Negativ eines analogen(!) Fotos erinnern, nur die Frau ist schwarz aber verschwommen. Nur in aller letzter Sekunden wird ihr Gesicht, das zu einer unheimlichen Fratze verzerrt ist, wieder scharf. Nach dieser Sekunde geht dann der Film mit einem anderen Handlungsstrang wieder weiter.
Zusammenfassend kann ich aber getrost sagen, dass es sich bei diesem Film um ein experimentelles und exzentrisches Meisterwerk handelt, das den Zuschauer in einen dreistündigen Zustand der Angst und Verwirrung versetzt. Und das ist, denke ich, genau das was David Lynch damit erreichen wollte. Und eins noch: Hut ab vor den Darstellern wie Jeremy Irons und vor allem Laura Dern. Bei ihrer Leistung sieht man wirklich was einen guten von einem durchschnittlichen Schauspieler trennt. Und vor allem deswegen, weil sie in einem guten Film, der ganz sicher nicht allzu gewinnträchtig ist, mitgemacht haben.

300…Nachtrag
6 April 2007Weil ich wirklich so begeistert von dem erstklassigen Film 300 war und noch immer bin, kommt hier der Trailer zum Film.

Sind wir nicht alle ein bisschen…Sparta
6 April 2007Gestern Abend lief endlich 300 in einem Lichtspielhaus in unserer Nähe und was soll ich sagen?! Einfach nur SUPER! Ein 2 Stunden dauerndes visuell hochwertiges Gemetzel ohne irgendwelche schnulzigen Liebeseinlagen. Aber was wirklich überwältigend war/ist an diesem Film ist einfach die Art und Weise wie das Originalcomic visuell umgesetzt wurde. Alle Farben sind verwirrend matt bis auf Rot, damit die Uniform der Spartiaten und das reichlich (wirklich in Strömen) vergossene Blut wirklich hoervorstechen. Die Handlung ist zwar schnell erzählt und, wenn es keine Frank-Miller-Comic Verfilmung gewesen wäre, nicht wirklich sehenswert, so war der Film als Ganzes wirklich ganz großes Kino, aber wirklich ganz großes. Und auch der Soundtrack ist wirklich hörenswert. Er unterstreicht den Film wirklich perfekt! Ich befürchte leider nur, dass der Film zu Propagandazwecken ausgeschlachtet wird, da er sich dafür nur zu gut missbrauchen liesse. Vor allem wenn man bedenkt, dass zig Soldaten im Irak rumlaufen als ob sie nichts besseres zu tun hätten und einen nutzlosen Krieg am laufen halten. Also wer nichts besseres zu tun hat, der soll sich einfach mal den Film anschauen ausser man hat eine leicht labile Psyche und Tendenzen zum Amoklaufen. Dann ist der Film vielleicht nicht das richtige…

El Laberinto del Fauno
25 Februar 2007Nach Hellboy und Blade 2 zwei – meiner Meinung nach – eher schlechten als rechten Filmen von Guillermo del Toro gelang ihm mit „El Laberinto del Fauno“ (Pan’s Labyrinth) ein wirklich ausgezeichneter Film. Darin geht es um ein zwöfljähriges Mädchen, das sich im faschistischen Spanien der Francodiktatur in eine Welt der Fantasie flüchtet, um ihrem schrecklichen Alltag bei ihrem Stiefvater, einem herzlosen Hauptmann der faschistischen Truppen, zu entfliehen. In dieser Fantasiewelt schlüpft sie in die Rolle einer Prinzessin aus der Unterwelt, die drei Aufgaben bestehen muss, um wieder zu ihrem Vater, dem König der Unterwelt, zurückzukehren, was ihr schliesslich auch gelingt, auch wenn das Gelingen sich etwas anders darstellt als man es sich als Zuschauer erhofft hatte.
Was aber den Film auszeichnet ist das Darstellen brutaler Szenen, die im Krieg vermutlich desöfteren auftreten. Soll zum Beispiel einem Rebellen das Bein ohne Narkose amputiert werden, erlebt man das als Zuschauen extrem nah mit. Es wird nichts verschöhnt und das Bein in Großaufnahme zusammen mit der Säge vorgeführt. Diese Szene dauert dann bis zum letztmöglichen, erträglichen Augenblick als der Arzt die Säge zum Schnitt ansetzt und gerade als die Säge anfängt sich über das Bein zu schieben wird man endlich erlöst und es folgt der langersehnte Schnitt. Diese Vorgehensweise, die desöfteren während des Films eingesetzt wird, macht den Film nicht nur zu einem ausdrucksstarken Fantasiefilm, in dem skurrile und schrecklich erschreckende und schöne Fantasiewesen erscheinen, sondern auch zu einem Film, der das krasse Gegenteil zu einer Fantasiewelt darstellt. Die ganze sadistische, menschenverachtende Wirklichkeit eines Krieges.





