Archiv der Kategorie: Brasilien

Brasilien – letzter Tag :-(

So, jetzt ist es leider so weit. Der gefürchtete und gehasste letzte Tag ist da! Morgen früh um 9 Uhr fahren wir nach São Paulo, um dann abends zurück nach Deutschland zu fliegen. Einerseits freue ich mich natürlich darauf, mein normales Leben in meiner Wohnung wieder zu leben. Andererseits hasse ich aber auch Abschiede und die Tatsache, dass ich voraussichtlich erst nächstes Jahr wieder in das gelobte Land kommen kann.

Zusammenfassend, kann ich aber getrost sagen, dass unser Urlaub einfach wunderbar war und ich die Zeit bei meinen Schwiegereltern in Ituiutaba und bei meinem Schwager in Poços de Caldas mehr als genossen habe. Leider gewöhnt man sich auch nach 6 Wochen nichts tun, ziemlich stark an eben diese Tätigkeit…


Globalisiertes Bier

Letzte Woche waren wir hier in Brasilien (ja ich bin noch immer hier ;-) ) abends schön essen und zwar in einer “Churrascaria” wo es auch “Rodizio” gibt. Kurz zur Erklärung:

  •  Churrascaria ist ein Grillrestaurant, in dem, wie man unschwer vermuten kann, hauptsächlich gegrilltes Fleisch serviert wird.
  • Rodizio bezieht sich auf die Art des Servierens des oben erwähnten toten, aber lecker gegrillten, Fleisches. Und zwar werden in Brasilien nicht wie bei uns die einzelnen Steaks gegrillt, sondern die ganzen Fleischstücke wie man sie vom Metzger bekommt werden am Spiess gegrillt. Beim Rodizio gehen dann die Kellner mit eben jenen heissen Spiessen voll gegrilltem Fleisch von Tisch zu Tisch und fragen ob man z.B. in Parmesan gewälztes Filet Mignon will und wenn man das mit “Ja” beantwortet schneidet einem der Kellner eine kleine Scheibe ab. Und so geht das dann den ganzen Abend oder bis man zu viel gegessen hat, je nachdem was eher eintritt.

So jetzt aber weiter im eigentlichen Text: Da ich zum Fleisch nicht unbedingt Mineralwasser trinke, sondern auch mal ganz gern ein Bierchen, wollte ich mir eins der wenigen trinkbaren brasilianischen Biere “Skol” bestellen. Leider hatten sie das nicht im Sortiment, woraufhin mir der Kellner gesagt hat, er könne mir ein “Edschiga” (er hat das wirklich so ausgesprochen!!) anbieten. Abenteuerlustig wie ich bin hab ich gesagt, er könne ruhig mal eins bringen, das wird dann schon getrunken. Gesagt getan! Eine Minute später kommt er wieder und mich häts fast vom Stuhl gehauen. Hat er doch tatsächlich einen Weizenstuzn (für alle, die nicht Bayerisch verstehen: Weizenbierglas) und eine Flasche Erdinger auf dem Tablett! Er hat es sogar gut eingeschenkt, mal abgesehen davon, dass er ein kleines bisschen in der Flasche gelassen hat, weil es nicht mehr reingepasst hat. Aber das kann man “einem Ausländer” schon mal verzeihen :-)


Videoclip

Heute würde ich ganz gerne einen selbstproduzierten Videoclip vorstellen. Meine Frau und ich haben sowohl Regie geführt, als auch editiert und was sonst noch alles dazu gehört, um den Videoclip für die brasilianische Band “Posthuman Tantra” zu machen. Zugegebenermassen ist die Musik (darkwave, dark ambient) nicht jedermanns Sache, aber vielleicht gefällt ja dem einen oder anderen der folgende Clip:

Die Band, nur so nebenbei erwähnt, und der Hauptdarsteller ist beides mein Schwager.

Leider ist die Qualität des Videos bei Youtube nicht so gut wie gehofft, da wegen der Dateigrössenbeschränkung einiges an Qualität verloren geht.


Weihnachtsfeier auf brasilianisch…

Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir bei der Tante meiner Frau, sprich meiner Schwiegertante, zum Weihnachtsessen eingeladen. Anstatt Gänsebraten gab es leckeres gegrilltes Fleisch und dazu gab es leckeres Maniok und Reis und natürlich jede Menge eiskaltes Bier. Soweit ist ja das noch nicht so besonders, wenn man mal davon absieht, dass man wahrscheinlich in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert würde, sollte man in Deutschland an Weihnachten grillen. Das besondere ist eher, dass nicht nur die Familie, sondern auch Nachbarn und Freunde der Familie und Freunde der Nachbarn mitgegessen haben. Und es gab nicht einen Batzen Fleisch pro Person wie in Deutschland, wo das Grillvergnügen ja eher daraus besteht zu sehen, wer sein privates Stückchen Fleisch am schnellsten gegrillt hat, sondern es gab Fleisch, das vorher auf grosse Spiesse gesteckt wurde und dann in kleine mundgerechte Stücke auf grossen Tellern am Tisch serviert wurde. So konnte sich jeder ein paar Stückchen nehmen. Und der ganze Grillspass dauerte nicht etwa 30 Minuten, sondern ganze 3 Stunden, in denen immer wieder Fleisch gegrillt, hergeschnippselt und verteilt wurde. Irgendwie gemütlicher so…Nur leider gabs auch in den 3 Stunden mehr als genug Bier, aber das ist eine andere Geschichte ;-)


Brasilien Tag 15

Ituiutaba, Brasilien. 35° Celsius im Schatten. Die Frisur hält. Das ist vielleicht eine Hitze hier…Dafür konnte ich gestern mit Papageien zu Abend essen. Nur haben die Papageien genüsslich an Mangos im Garten der Nachbarn rumgekaut. Das ist schon mal ein ganz anderes Gefühl wenn man beim Abendessen sitzt und man plötzlich über einem Gekreische von Papageien hört, die sich in einem Mangobaum tummeln. Wenn ich kein areligiöser Mensch wäre könnte ich fast das brasilianische Motto aufgreifen “Deus é brasileiro” – “Gott ist Brasilianer”, weil es einfach zu umwerfend schön ist, mal abgesehen von den 35° im Schatten…Aber dafür kann man jederzeit erfrischenden Orangen saugen, denn die sind hier ein klitzekleines bisschen saftiger als die vertrockneten Schrumpeldinger, die man in Deutschland als Orangen angeboten kriegt.


Weihnachten? Nicht wirklich…

Tag 8 in Brasilien und Weihnachten rückt für alle Menschen immer näher. Alle Menschen? Nein. In einer brasilianischen Stadt, gibt es einen Bayern, dessen Weihnachtsstimmung so ziemlich auf dem Nullpunkt ist. Wenn draussen 30° Celsius herrschen, will einfach keine wirkliche Weihnachtsstimmung aufkommen. Zumindest nicht die Art von Stimmung, die mich sonst immer um diese Jahreszeit beherrscht. Diese Mischung aus Nostalgie und Ruhe. Denn basiert ab einem bestimmten Alter die ganze Weihnachststimmung auf den nostalgischen Erinnerungen an die eigene Kindheit und das Verlangen, die Glücksmomente wieder zu erleben? Die Momente wenn die Eltern, kurz nachdem das Christkind (nicht der assoziale amerikanische Weihnachtsmann!) das warme geheizte Wohnzimmer verlassen hat und der Christbaum hell strahlt und man gar nicht wusste wo man zuerst hinschauen soll…Zwar ist das Wohnzimmer hier auch warm bzw. heiss, aber irgendwie fehlt doch einiges um diese Stimmung wiederzubeleben. Schade…Aber dafür friere ich nicht, der Himmel ist strahlendblau und ich sitze jeden Abend bis mind. 10 Uhr auf der Veranda mit einem kühlen Bier. So gesehen ist es alles andere als schlecht :-)

Trotzdem möchte ich allen meinen Lesern ein Frohes Weihnachtsfest wünschen.

PS. Auch wenn es hier nicht so weihnachtlich ist wie in Deutschland, habe ich trotzdem Plätzhcen gebacken…

PS2. Warum ist eigentlich für uns (zumindest für mich) nur in der Kälte wirklich weihnachtlich? Soweit ich weiss, war das allererste Weihnachten auch recht warm…Schon irgendwie komisch wie Weihnachten zu einem – wie ich meine vor allem durch Hollywoodpopcornfilme und Werbung – reinen Winterfest geworden ist.


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